This is post is not related to type or some other design things, it’s just a quite very personal review of some months in Berlin, my hometown Trier, music and friends and everthing else that counts for me. So don’t get mad but the rest will be in german and there will be some more articles about this topic in the next time, but there will be type, too.
So, dieser Eintrag geht mal eher so in die Kategorie allgemeine verwirrende Hirnströme und was sie in meinem Kopf anrichten, der Artikel wird sich inhaltlich sicherlich ändern und auch mal drehen. Mir geht es hierbei auch einfach nur mal wieder darum Gedanken runter zu schreiben und das ganze in die Kategorie Poesiealbum oder Tagebuch zu legen. Es ist schön dass mir diese Gedanken oft kommen wenn ich mich wieder aufmache in Richtung Hauptstadt um montags morgens normal am Schreibtisch zu sitzen. Also das möchte ich im vor hinein nochmals klar machen Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit. Wer mich bis jetzt ein wenig besser kennen gelernt hat, weiß dass ich beides liebe und das dann nicht einfach nur mal angetestet, so lieb und so. Nein, wenn dann mit 130 % oder noch mehr.
Ich finde es sehr wichtig dass es dort ein klare Trennung gibt, obwohl ich auch der Meinung bin dass Leute die sich in diesen Extremen aufhalten, verrückter, meistens produktiver und genialer sind. Nur weil ein Person am Wochenende viel feiert und auch mal richtig gepflegt abstürtzt, kann es eine der besten Kollegen seien die man um sich hat. Sicherlich ist es nicht gerade von Vorteil wenn der fast fertige BWL-Student sich in Luxemburg bei einer Bank bewerben will und dann in einem sehr öffentlichen Facebook-Profil sich mit seinen El Arenal Bildern brüstet. Zum Glück arbeite ich in einer Branche in der man nicht täglich mit Anzug zur Arbeit kommen muss und somit ist es mir auch fast vollkommen egal, was Leute von Bildern und Kommentaren auf meiner Facebook-Seite halten. Dieses Wochenende ist wiedermal ein grandioses hinzukommen. An dieser Stelle ein herzlichen Dank an Janine, somit gab es am letzten Donnerstag von mir in der Flucht auch eher ein Performance und nicht wirklich ein rein musikalischer Abend mit Platten auflegen, aber darum ging es mir eigentlich gar nicht in diesem Artikel sondern eher um den Vergleich zweier Städte die unterschiedlicher nicht sein könnten und ein wenig Selbstbeweihräucherung.
Wer mich aus Trier kennt, weiß dass ich ein bunter Hund bin und nach 13 Jahren Auflegen in allen Trierer Clubs hat man ein Menge an Gesichtern gesehen. Seit 19 Jahren wohne ich irgendwo rund um Trier und hab eine sehr starke Beziehung zu einer der kleinsten Großstädte, mit einem sehr starken konservativem Kern (Domstadt) und einer Regierung die es seit Jahren nicht hinbekommt die Mosel in ihr Stadtbild einzubauen. Kultur wird sich auf der einen Seite sehr groß auf die Fahnen geschrieben aber wenn es um die Jugend und die kulturell interessierten Studierenden geht ist das Ende der Fahnenstange sehr schnell erreicht, wenn man überhaupt von einem Fahnenmast reden kann, vielleicht so ne kleine 2 Meter Deutschland-Fahne die man leider etwas zu oft in den letzen 4 Wochen gesehen hat. Die Fördergelder fließen immer wieder in die gleichen Kanäle und diese sind auch meistens eher an in Publikum gerichtet 45-50++. Für eine Stadt die knapp 100.000 Einwohner hat und 20.000 Studierende ist das ein riesiges Armutszeugnis.
Die schönsten Sachen die hier entstehen sind die mit viel Herzblut und Engagement, organisiert meisten von einer kleinen Gruppe an verrückten Idealisten die das gleiche Ziel vor Augen haben. Kulturelles Leben nach Trier bringen, was in anderen Städten völlig normal ist. Diese Menschen liebe ich sehr und habe einen großen Respekt vor ihnen, aber immer wieder entstehen hier Projekte die oft nur von kurzer Dauer sind oder einen sehr stolperigen Weg haben weil irgendwann der Punkt kommt an dem das Geld knapp ist, sich Anwohner wegen Lärmbelästigung konsequent beschweren, zu wenig Leute zu diesen Veranstaltungen kommen, man natürlich auch von Mitbewerben angeschwärzt wird oder die Zielgruppe dann doch zu klein ist. Irgendwas kann einem immer zum Scheitern bringen.
Es ist ein Phänomen, welches ich noch nicht ganz begreife. Wie kann es sein dass in einer Stadt wie Berlin an jeder Ecke etwas entsteht und auch die letzte Ruine zu irgendwas umfunktioniert wird und das ganze kann laufen. Sicherlich ist auch hier (siehe das Projekt Mediaspree) irgendwann der Punkt erreicht wo die Stadt sehr gute Locations dicht machen will, aber wo anders macht sofort was neues auf. In Berlin funktioniert das sofort, aber versuch das mal in Trier, das ist ein Ding der Unmöglichkeit und du brauchst sehr viel Glück oder einen schützenden Arm über dir, der einfach schon Kontakte und sehr gute Beziehungen und Geld, Geld, Geld hat.
Ich selber, habe 2007 versucht ein Projekt zu reanimieren welches es davor schon 2 mal an unserer FH gab, die Designfusion. Der originale Gedanke war gewesen, den neu gegründeten Fachbereich, damals bestehend aus Architektur, Innenarchitektur, Edelstein- und Schmuckdesign, Kommunikationsdesign und Modedesign nach aussen bekannter zu machen, was auch 2 mal den vorherigen Organisatoren gut gelungen ist. Mittlerweile gibt es den digitalen Ableger von Kommunikationsdesign, nämlich das Intermediale Design. Hier entstehen fast ausschliesslich Projekte im digitalen Kontext, viele Filme, Trailer, Fotos. Eine Studienrichtung die neben den konventionellen und analogen Techniken nicht unwichtiger seien darf und sehr weit in die Zukunft denkt.
Zurück aber zur Designfusion, im Nachhinein behaupte ist, dass es uns dieses Projekt gut gelungen ist, trotzdem war das ganze ein sehr krasse und harte Erfahrung. Aus einer Idee heraus, hab ich mir gedacht dass ganze noch ein drittes Mal zu machen und hab unter den Studierenden einen Aufruf gestartet, mehr schlecht als Recht aber nach und nach hat sich ein so tolles Team gefunden, welches Spaß hatte alle Probleme zu meistern. Ich, für mich persönlich hab daraus gelernt, dass ich nie eine Führungsposition übernehmen möchte aber es war sehr gut diese Erfahrung zu machen. Selbst bei der Organisation dieser Veranstaltung (ausgelegt auf 2 bis 3 Tage mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen und einer Modenschau auf die ich immer noch total stolz bin) hat man gemerkt dass man selbst schon im Mikrokosmos der FH auf einige sehr hohe Barrieren stösst. Leider. Uneinigkeiten, Quängeleien, Neid … alles was es so gibt, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich möchte jetzt nach ein paar Jahren nochmals diesem so starken Team danken und wünsche allen die dabei waren viel Glück für später. Melancholie für alle.
Dieses war ein eigener Versuch damals Kultur auf einer anderen Ebene mal wieder nach Trier zu bringen. Der Grund für diese Zeilen ist sehr nah, dieses Wochenende gab es mal wieder eine Modenschau in Trier von FH Absolventen und dann kommen schon mal die ein oder anderen Gedanken hoch.
Ich hoffe dass es auch in den nächsten Jahren in dieser Stadt immer wieder ein paar Verrückte schaffen, dem Trierer Rathaus und dem Kulturdezernat zu zeigen, wie viel genialen Output es in dieser Stadt gibt und nicht nur das Karl-Marx-Haus, die Porta Nigra oder die Antikenfestspiele. Über Sachen wie das Altstadtfestfest oder das Zurlaubener Uferfest möchte ich an dieser Stelle nicht reden, das sind einfach Massenveranstaltungen die im Grunde den Brauereien die Möglichkeit geben in kürzester Zeit ganz viel Bier in die Köpfe der Menschen zu pumpen, da ist halt das Geld. Aber nicht die Kultur.
Das ganze hat jetzt schon fast ein Charakter vom Wort zum Sonntag, den ich aber gar nicht mal so verkehrt finde. Gute Nacht.
Was du sagst trifft auf viele Städte in der Größe zu. Ich selbst komme aus Bonn, hier ist es nicht viel anders. Trier kenne ich nicht sonderlich gut, nur von einigen Besuchen da ich dort einige Freunde und eine Schwester wohnhaft wähne. “Die Flucht” ist mir sogar geläufig, auch wenn ich selbst nicht dort war.
TRUE TRUE!
Oh ja, leider ist das ganze sicherlich nicht nur ein Problem welches in Trier auftaucht, davon sind sicherlich eine ganze Menge von Städten betroffen. Zeit für eine neue Revolution.
… Nee nee, erstmal schreib ich hier jetzt mal ein wenig runter was mir immer wieder komisch aufstösst.